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Ahoi // Casting für die Plus Size Fashion Days 2015

Ahoi // Casting für die Plus Size Fashion Days 2015

Letztes Jahr gab das Casting für die Plus Size Fashion Days 2014 den Ausschlag, dass ich die Möglichkeit für mich in Betracht gezogen habe, dass ich Plus Size Model werden kann.

Ich sah einen Aufsteller mit dem Casting Aufruf und bin dann kurz entschlossen nach Hamburg gefahren und stellte mich der letztjährigen Jury. Ich war so aufgeregt und ich hatte soviel Spaß dabei!

Dieses Jahr stand das Casting für die PSFD 2015 schon sehr lange auf meiner To-Do-Liste und in meinem Kalender. Dieses Jahr überlegte ich mir mehr, was ich anziehen sollte und übte das vergangene Jahr fast täglich in hohen Schuhen zu laufen.

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Am 15. Juni war der Tag also gekommen. Direkt nach der Arbeit fuhr ich an dem Freitag nach Hamburg. Es war ein warmer Tag und ich hoffte, nicht völlig durchgeschwitzt in Hamburg anzukommen. Ich hatte meine hohen Schuhe im Gepäck und los ging die Fahrt. Erster Zwischenstopp: Stau auf der A7! Na das lief ja richtig gut, dachte ich. Für eine Fahrt, die sonst nur eine gute Stunde dauert, benötigte ich an diesem Freitag -dank Stau und Baustellen- knapp 2,5 Stunden.

Aber ich war noch rechtzeitig. Das Casting sollte bis 19 Uhr gehen. Und ich erreichte die große Ulla Popken Filiale in Hamburg gegen 18 Uhr. Ich betrat die Filiale und sah erstmal niemanden. War ich doch zu spät, fragte ich mich. Ich ging durch den Laden und sah dann einen Teil der angekündigten Jury an einem Tisch im zweiten Stock sitzen. Dann saßen da noch einige Mädels wartend auf Sofas und Treppenstufen im anderen Teil des offenen Raumes der zweiten Etage. Ich war doch nicht zu spät. Aber warum passierte da nichts mehr?!?

Ich stieg die Treppen hoch in den zweiten Stock und eine Mitarbeiterin von Ulla Popken begrüßte mich sehr freudig. Sie erinnerte sich an mich: „Na, wie war die Fahrt?“, fragte sie mich, da sie wußte, dass ich extra aus Kiel gekommen war und der Verkehr nicht gerade ein Traum ist. Ich erzählte ihr kurz, dass ich schon wieder so lange nach Hamburg gebraucht habe und dass ich froh sei, endlich hier zu sein.

Am Jurytisch saßen die Organisatorin der Plus Size Fashion Days, Tanja Marfo, und eines der Models, die durch ihre Modelagentur Kurvenrausch vertreten wird. Der Choreograf, als Dritter im Jury Bunde, war leider nicht mehr anwesend. Die beiden Frauen begrüßten mich. Tanja Marfo erkannte mich wieder und sagte mir, dass ich auch gleich laufen könne. Ich war etwas überrascht, so schnell an der Reihe zu sein und fragte, worauf die anderen Mädels auf den Sofas und Treppen warteten. Sie seien gebeten worden, noch mal wieder zu kommen. Alles klar, ich war also gleich an der Reihe. Ich entschuldigte mich kurz, da ich meine mitgebrachten High Heels noch anziehen wolle und verschwand kurz um die Ecke. Ich zog meine Laufschuhe und Socken aus und schlüpfte in meine hohen Schuhe. Um dann festzustellen, dass das heiße Wetter meine Knöchel hatte anschwellen lassen und ich die Riemchen an den Schuhen nicht zu bekam. Ich wurde leicht panisch und meine Hände fingen an zu schwitzen. Na toll, jetzt bin ich schon mal hier und ich bekomme meine Schuhe nicht zu und alle starren mich an und warten nur darauf, dass ich endlich laufe.

Eine halbe Ewigkeit später hatte ich es endlich geschafft, mir die Schuhe zu zu machen und als ich dann mit dem Oberkörper hochkam, wurde mir richtig schön schwindelig. Heute muss wohl mein Glückstag sein, dachte ich zynisch. Ich begann noch mehr zu schwitzen, als Tanja Marfo mir zurief, ob alles gut sei. „Klaro, alles bestens!“, antwortete ich und kam an den Jurytisch. „Hast du den Fragebogen schon ausgefüllt?“, fragte sie weiter und ich verneinte. Die freundliche Ulla Popken Mitarbeiterin reichte mir den zweiseitigen Fragebogen und redete mir gut zu. Sie lobte mich dafür, dass ich mich immer noch nach der Arbeit auf den Weg nach Hamburg machte, um zum Casting zu kommen. Ich lächelte milde und sah innerlich schon alle meine Fälle davon schwimmen. Ich ärgerte mich, dass ich nicht frei nehmen konnte, um eher in Hamburg sein zu können, um dann da gewesen sein zu können, als der große Ansturm und der damit verbundene Elan bei der Jury noch frisch war.

Schnell füllte ich den Fragebogen aus und drehte mich wieder zur Jury. Das Model fragte mich, ob sie mir zeigen solle, wie ich laufen solle. Freudig nickte ich, um dann festzustellen, dass sie mit einer anderen Antwort mehr zufrieden gewesen wäre. Im sitzen erzählte sie mir monoton, wie ich laufen solle und ich schluckte meine Enttäuschung abermals herunter.

Die Musik ging an, ich lief die vorgegebene Strecke und dann war es auch schon wieder vorbei. Erneut stand ich vor dem Jurytisch und Tanja Marfo bat mich mein Shirt enger zu raffen und gab mir den Tipp, dass ich gerne engere Klamotten tragen könne und fragte mich, ob ich abgenommen hatte. Ich war echt verblüfft. Sie erinnerte sich an mich. Sie meinte, dass sie sich die Bilder vom letzten Casting noch mal angeguckt hatte und mein Kirschblüten Foto vom Lisbeth Shooting sehr mochte. Das Model erinnerte sich nicht mehr an mich. Tanja Marfo fragte mich dann noch obligatorisch, warum ich gerne bei den Plus Size Fashion Days 2015 für sie laufen wollen würde und ich sagte ihr, dass es eine so große Ehre sein würde.

Zum Abschluss erklärte Tanja Marfo mir noch, dass die Kandidatinnen, die bei ihrer Show laufen werden würden, im Juli benachrichtigt werden und dass die erste Wildcard schon mittags vergeben worden ist. Sie machte noch zwei Fotos von mir und dann war das Casting offiziell zu ende für mich.

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Ich bedankte und verabschiedete mich. Viele Chancen rechnete ich mir nicht mehr aus. Ich war enttäuscht und traurig. Ich hatte viele Erwartungen in das Casting gesteckt und mich so sehr darauf gefreut. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und Facebook und Instagram verkündeten mir, wer die erste Wildcard an diesem Casting Tag bekommen hatte. Als ich zu Hause war, stand dann die zweite Wildcard Gewinnerin fest. Es war eine der Frauen, die auf dem Sofa gegessen hatte als ich erst zum Casting kam. Einige Zeit später, wurde dann noch bekanntgegeben, dass eine zusätzliche Wildcard vergeben worden ist. Das war der Moment, wo ich meine Handy für diesen Tag endgültig ausmachte und dieses Casting unter „Erfahrungen“ verbuchte.

Dann erinnerte ich mich an den Spruch meiner Mutter: „Man weiß nie, wofür etwas gut ist. Und nicht alles, was auf den ersten Blick nicht so klappt, wie man es sich vorstellt, bedeuten, dass man versagt hat!“

Beim nächsten Casting bin ich also wieder dabei, so lange bis es klappt, so lange bis ich endlich laufen darf und so lange bis ich meine Chance bekommen werde!

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