Sport // dick und sportlich

Grenzen beginnen im Kopf. In unser aller Köpfen stecken Grenzen in Form von Sätzen, die uns schon von klein auf an gesagt worden sind und die wir dann brav wiederholt haben, bis sie zu unserer eigenen Überzeugung gewachsen sind.

Erfolgreiche Menschen sind hübsch und vor allem dünn. Dicke Menschen sind dagegen eher faul und träge. Dünne sind ästhetischer und agil, Dicke lustig und gesellig.

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Ich erinnere mich selber ungern an meinen Sportunterricht in der Schule zurück – Bodenturnen, Bundesjugendspiele und Klettern. Alles Disziplinen in denen ich nicht geglänzte. Alles Disziplinen bei denen mein privates Umfeld und meine Lehrer mir schon im Vorherein den Mut genommen haben.

Wäre es nicht pädagogischer gewesen, einfach zu sagen, dass ein Affe auch nicht schwimmen kann und ein Pinguin keine Bäume heraufklettern kann? Und das nicht deswegen, weil sie zu faul und träge sind, sondern, weil ihre Stärken in anderen Bereichen liegen. Jeder Mensch hat grundsätzlich Fähigkeiten, die er besser kann und andere, die er schlechter kann als andere Menschen oder der Durchschnitt. Daran wird sich auch nicht ändern. Woran wir aber was ändern können, ist unser Umgang damit. Wir können uns das aussuchen, was zu uns und unserem Körper passt. Auch dicke Menschen können sportlich sein – wenn man sie lässt und darin unterstützt.

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Ich hatte das Glück, dass ich schon immer Sport machen musste. Meiner Mutter war es wichtig, dass mein Bruder und ich mindestens zweimal die Woche zum Sport gingen. Was, war ihr egal. Von daher durften wir auch alles ausprobieren. Ich hab früh mit Handball angefangen, aber auch Judo, Reiten und Gardetanz hab ich nicht ausgelassen. Und ich musste mich immer durchsetzen gegen die anderen Kinder oder wer sich sonst noch eine Meinung darüber gebildet hat, dass ich zu schwer fürs Pferd gewesen wäre oder meine Beine zu dick für die Gardetracht. Aber es war mir zum größten Teil egal. Weil dies alles Sportarten waren, die mir Spaß gemacht haben und in denen ich gut war und persönliche Erfolge gefeiert habe. Es waren auch immer Leute mit dabei, mit denen ich eine schöne Zeit beim jeweiligen Sport hatte und die mich für meine sportlichen Leistungen anerkannt haben.

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Seit einigen Jahren habe ich Yoga für mich entdeckt. Ich hatte zu der Zeit keine feste Sportart, die ich regelmäßig betrieb, da ich meinen geliebten Sport Handball zugunsten eines Auslandsaufenthaltes und meines beruflichen Werdegangs aufgegeben hatte. Ich hatte einfach keine Zeit mehr, mehrmals die Woche und jedes Wochenende in der Halle zu verbringen und ich merkte dann irgendwann, dass ich nicht mehr die Leistungen erbringen konnte, die der Handball Sport braucht um auf einem Niveau zu spielen, das ich gewohnt war.

Yoga war damals gerade im Kommen und so war ich auch neugierig, ob es was für mich ist. Die Mischung aus Entspannung, Kräftigung und Dehnung sprach mich an und so ging ich einfach mal hin.

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Ich hatte großes Glück beziehungsweise gutes Karma, denn mein Weg führte mich in die Yoga Schule von Emma Hermansson. Emma wuchs in Schweden auf und ihre Liebe zu den Pferden führte sie dann nach Deutschland. Das Interesse für den Körper und die Bewegung hat sie stets begleitet. Sie interessierte sich schon immer für Indische Philosophie und entdecke darüber Yoga für sich. Sie ließ sich von klassischem Hatha Yoga über Schwangerschafts Yoga bis hin zum fliessenden Vinyasa Yoga ausbilden und absolvierte zusätzlich noch die Ausbildungen zur Pilates Trainerin, Ayurveda Beraterin und Thai Yoga Massage Practitioner. Emma überzeugt durch ihre ruhige und herzliche Art. Sie hat stets ein offenes Ohr und strahlt ganz viel Wärme aus. Ihr Unterricht ist vielfältig, ein Spiel mit Kraft und Leichtigkeit, bei dem die Präzision im Vordergrund steht. Dabei geht sie individuell auf jeden Yoga Schüler ein und lebt damit die Philosophie des Yogas, dass diese Sportart für jeden das richtige ist.

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Seitdem praktiziere ich soweit es meine Zeit zulässt Yoga bei Emma in der Schule oder auch mal alleine zu Hause. Yoga ist eine große Bereicherung für mein Leben und erdet mich. Ich spüre durch Yoga meinen Körper und komme an meine Grenzen ohne in falschen Ehrgeiz zu verfallen. Dabei gelingen mir einige Übungen so gar nicht und andere viel besser.

In meiner neuen Kategorie „Sport“ möchte ich euch fortan meine sportlichen Aktivitäten zeigen und vielleicht den Anstoß geben, mal was neues auszuprobieren und eure Grenzen im Kopf zu verschieben.

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Die Yoga Kleidung wurde mir von Röhnisch zur Verfügung gestellt.

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12 Kommentare bei „Sport // dick und sportlich“

  1. Ich freu mich schon drauf, mehr davon zu lesen. Ich habe auch erst vor wenigen Jahren Yoga für mich entdeckt, der einzige Sport, den ich gerne mag und auch schon unbewußt beim kochen, telefonieren etc. mache. Wirklich eine Bereicherung. 🙂 Leider ist sonst Sport nie mein Ding gewesen.

    1. ich finde es eine super Idee, Yoga im Alltag bzw. im ganz normalen Tagesablauf zu integrieren. Danke für die Anregung!

      1. Nen halben Baum kriegt man wunderbar am Herd hin. 😉 Beim telefonieren auf dem Sofa kann man auch zumindest die Beinarbeit vom Drehsitz machen.

  2. Liebe Jana
    Ich muss sagen, ich habe schon länger mal überlegt, Yoga auszuprobieren. Dein Blogeintrag hat mich nun überzeugt. Es sieht gut aus, was du da machst! Und ausprobieren kann ja nicht schaden.

    1. Klasse! Juli probier es aus und berichte mir, wie du es findest!

  3. Schöne Bilder, besonders das wo du lachst – total sympathisch. Artikel ist auch gut. Freu mich mehr davon zu hören. Besonders was fällt dir schwer beim Yoga? Ich habe es auch mal ausprobiert und hatte das Gefühl das mir mein Speck oft im Weg war. Gibt es da Ausweichpositionen im Yoga?

    1. Hallo Anna, danke für deine ganzen tollen Fragen / Anregungen. Gerne werde ich in einem nächsten Bericht darüber schreiben!

    2. Liebe Anna, es gibt sehr viele Variationsmöglichkeiten beim Yoga. Leider werden diese in den meisten Yogalehrer-Ausbildungen nicht thematisiert. Sei kreativ und passe dir die Asanas an deine Bedürfnisse an. Nicht wir dienen dem Yoga sondern der Yoga dient uns. Wenn du Anregungen suchst, wirst du vielleicht bei http://www.kurvenreich-yoga.de und den enstprechenden social Media-Kanälen fündig. Herzliche Grüße, Dörte

  4. […] ist ja kein Geheimnis, dass ich total auf Yoga stehe. Einiges habe ich euch ja schon über meine Lieblingssportart berichtet. Da fällt mir ein, ich muss […]

  5. […] Richtige Funktionskleidung ist in Übergrössen, bzw. jenseits der 44 für Damen noch ein vernachlässigtes Thema, auch wenn es langsam besser wird. Farblich passende Shirts gibt es auch zur Jacke – z.B. als Longsleeve. Mir fehlt in der Kollektion noch eine Radlerhose (für unters Kleid). Mehr von Röhnisch in (CurvyFit) Aktion: Yoga mit  Jana von PlussizeByNature. […]

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